Ökologische Begleitplanungen

Ziele der gewässerökologischen Begleitplanung

  • Eingliederung von neugebauten Anlagen, nach wasserbautechnischen Berechnungen, in die Naturlandschaft.

  • Anknüpfung und ergänzende Gestaltung des Landschaftsbildes durch schonende, angepasste Geländeformung, Ufergestaltung

  • standortgerechte Pflanzungen

  • Erhaltung und Schaffung von Lebensräumen

Marlandgründe Graz

Es wurden großräumige Grünflächen zwischen den bebauten Siedlungsräumen für die Entwässerungsmaßnahmen freigehalten: Entwässerungsgerinne und ein Retentionsteich wurden geplant.

Das prägende Hauptelement des derzeitigen Landschaftsbildes ist der Mariatroster Bach mit seiner Uferbegleitvegetation, die hauptsächlich von Erlen, Weiden und Haselnuss beherrscht wird.

Es wurden Sicherungsmaßnahmen in Pralluferbereichen durch Weidenanpflanzungen geplant. Die Schleppufer und die gerade gezogenen Uferbereiche wurden als Wiesen der Umgebung entwickelt. Es wurden große Stücke der ortständigen, gewachsenen Vegetation mit dem durchwurzelten Boden abgehoben und als Insel (Ökozellen) in Gruben versetzt, von hier aus konnte die standortgerechte Weiterbesiedlung mit Pflanzen und Tieren rasch vor sich gehen.

Entlang der tieferen Gerinne wurde eine Uferbegleitpflanzung gesetzt. Ihre Rolle liegt nicht nur in der Bodenfestigung entlang der Ufer, sondern auch in der Schaffung von schattigen und sonnigen Bereichen und dadurch Erhöhung der Diversität der möglichen Lebensräume (für Pflanzen, Tiere und Menschen).

Die Begleitpflanzung wurde mit den Vertretern der landschaftstypischen Weich- und Hartholzauen (Begleitpflanzung Mariatroster Bach) hauptsächlich entlang der Prallufer vorgenommen.

Bei der Zusammensetzung und Platzierung der Gehölze entlang der Gerinne Straßendurchlass - Mariatoster Bach (Bautype B) wurde darauf geachtet, dass der natürliche Kaltluftabfluß in Richtung Talabwärts nicht behindert wird.

Der Rückhaltebereich wurde nach Berechnungen vom Büro Sackl als eine, mit Damm umfasste Wiesenfläche geplant. Hier werden die Oberflächenwässer der gesamten Siedlungsfläche gesammelt und vorerst zurückgehalten. Für die Kaschierung der Wasserspiegelschwankung wurde ein breiter Schilfgürtel aus Phalaris arundinacea, Phragmites australis angelegt. Es wurde auch eine Schwimmblattzone mit Initialpflanzung (Nuphar lutea, Nymphoides peltata, Potamogeton natans, Polygonum amphibium) errichtet. Genügend große Röhricht- und Schwimmblattgürtel sind die absolute Voraussetzung für die Erhaltung des Gleichgewichtes im Teich!

Weil eine rasche Verlandung durch den Bodeneintrag von den Oberflächenwasser sammelnden Gerinnen und durch die Zunahme der Röhrichtgürtel erwartet wird, wird die Ausbaggerung der Schlammstoffe in ca. 7-10 Jahren Abständen und die Dezimierung des Schilfgürtels in Abständen von ca. 5-7 Jahren je nach Witterung notwendig sein.

Die Wasserseite von Dämmen ist außer den erosiven Angriffen durch Niederschlag und Temperaturwechsel zusätzlich noch Kräften ausgesetzt, welche von Bewegungsabläufen im Wasser bzw. an der Wasseroberfläche ausgehen, deshalb wurde hier die Dammböschung durch Deckbauweise geschützt.

An der Luftseite wurde ein standortgerechter Wildgehölzsaum angesiedelt, welcher die starre Dammstruktur an die Bachbegleitvegetation des Mariatroster Baches angeknüpft.